faltpunkt produkttexte-richtig-schreiben Zu billig? Zu teuer? Wie du den Preis für dein Produkt richtig kalkulierst SALES & ADVERTISING  Verkauf Umsatz Selbstständigkeit Produkte Preis Kalkulation Business
Wie du Produkttexte schreibst, die dir mehr Umsatz bringen
19/04/2017
faltpunkt  Zu billig? Zu teuer? Wie du den Preis für dein Produkt richtig kalkulierst SALES & ADVERTISING  Verkauf Umsatz Selbstständigkeit Produkte Preis Kalkulation Business
Wie du an unzählige positive Rezensionen kommst
29/06/2017

Zu billig? Zu teuer? Wie du den Preis für dein Produkt richtig kalkulierst

faltpunkt preis-kalkulieren Zu billig? Zu teuer? Wie du den Preis für dein Produkt richtig kalkulierst SALES & ADVERTISING  Verkauf Umsatz Selbstständigkeit Produkte Preis Kalkulation Business
 

Kennst du das?

Du stellst etwas her. Hast es mit deinen eigenen Händen gemacht. Dein ganzes Herzblut hinein gesteckt. Und jetzt willst du es verkaufen. Aber was ist der richtige Preis dafür?

Was kann man für Handwerk, Design und Herzblut verlangen?

In jedem Künstler muss auch ein bisschen BWLer stecken, ansonsten kannst du mit deinem Unternehmen schnell Schiffbruch erleiden.

Ich werde dir hier helfen den Preis für dein Produkt richtig zu kalkulieren.



Die Verlockung des unmoralischen Angebots
Stell dir vor, du surfst durch die unendlichen Weiten des World Wide Webs und stößt dabei plötzlich auf ein unmoralisches Angebot. Ein Verkäufer bietet ein ähnliches Produkt an, wie du. Zu einem Preis, den du niemals bieten kannst.

Ich sehe so viele Angebote auf diversen Internetplattformen, die einfach viel zu günstig sind. Dabei machen die Anbieter nicht nur sich selbst kaputt, sondern schaden mit ihren Dumpingpreisen auch der ganzen Branche. Viele Verkäufer, die das nur als Hobby machen, denken einfach nicht über Preise nach.

Du kannst 1000 handgefaltete Origamikraniche für etwa 42 Euro aus Thailand bestellen. Das bedeutet 4 Cent pro Kranich. Wenn man wirklich, wirklich schnell ist, schafft man vielleicht 40 pro Stunde. Also bekommt der professionelle Kranichfalter in Thailand gerade mal 1,60 Euro die Stunde. Und da habe ich noch nicht mal den Materialpreis mit einbezogen.

So ein Angebot ist kilometerweit vom deutschen Mindestlohn entfernt. Und mal ganz ehrlich… willst du als Selbstständiger weniger verdienen als alle anderen? Ich denke nicht.



Du solltest deinen Fokus richtig setzten
Ich weiß, es sehr schwer, mit den Preisen der Konkurrenz aus den Billiglohnländern mitzuhalten. Es gibt Angebote die können wir auf dem deutschen Markt einfach nicht liefern. Aber wir können etwas anderes und zwar Made in Germany.

Eins kann ich dir sagen, orientiere dich nicht an solchen Angeboten. Es wird immer Anbieter geben, die billiger sind als du und es wird auch immer Käufer geben, die lieber bei ihnen kaufen als bei dir. Das ist aber nicht deine Zielgruppe.

Denke einfach immer daran, du stehst nicht jeden Morgen auf um dich und deine Produkte unter Wert zu verschachern. Das ist totaler Quatsch und wird dich irgendwann zerstören.

Achte lieber auf Mehrwert, Qualität, Umweltbewusstsein. Das sind die Eigenschaften die in Zukunft immer wichtiger werden. Die Geiz ist Geil-Mentalität wird zunehmend weniger. Die Menschen kaufen wieder bewusster ein.

Aber wie findest du nun den richtigen Preis? Ich verrate es dir!



Für die feuchten Schlüpfer eines jeden BWL Studenten
Es ist wichtig die Preisberechnung rein wirtschaftlich anzugehen. In erster Linie geht es nur um Zahlen. Das ist für viele Verkäufer im kreativen Sektor langweilig und sie wollen nichts damit zu tun haben.

Es sei denn du bist wie ich… ich liebe Zahlen und Mathe. Leider spielt es keine Rolle zu welcher Sorte Mensch du gehörst. Da muss jeder durch.
Auch du.

Wenn du ein kreatives Business aufbauen und damit auf eigenen Beinen stehen möchtest, hast du nun mal keine andere Wahl.

Also was sind die wichtigsten Faktoren die deine Preise beeinflussen:

  • Kunden
  • Konkurrenz
  • Material
  • Nebenkosten
  • Eigenes Gehalt
  • Gebühren
  • Gewinn

Diese sieben Faktoren müssen am Ende stimmen. Ansonsten steht deine Unternehmung von vornherein unter keinem guten Stern.



Was kostet mich das alles denn eigentlich?

Material

Zuerst musst du herausfinden, was dich die Produktion deines Artikels an reinem Materialwert kostet. Dabei geht es wirklich nur um das Material an sich. Alles muss aufgeschlüsselt werden.
Beispiel für ein A4 Blatt Kopierpapier. Das kostet im 500er Pack etwa 5 Euro. Das bedeutet ein einzelnes Blatt kostet dich 1 Cent. Und das machst du mit allen Dingen die du brauchst. Ich denke das Prinzip ist klar.

Auch wenn das am Anfang eher albern erscheint, aber es ist wichtig. Es heißt ja nicht umsonst: Kleinvieh macht auch Mist. Denn wenn du irgendwann sehr viel produzierst, kann aus dem kleinen Mist ein echt großer Haufen werden.

Schreibe eine Liste mit all dem Material das du zur Herstellung deines Produktes brauchst. In einer Spalte dahinter schreibst du die jeweiligen Kosten für ein Produkt. Rechne alles zusammen und du hast den Materialpreis für dein Produkt.


Eigenes Gehalt

Mach auf keinen Fall den Fehler dein eigenes Gehalt zu vergessen. Viele Gründer denken ihre Produkte müssten so billig wie möglich sein, damit sie sich besser verkaufen. Das kann am Anfang reizvoll sein, aber auf lange Sicht gesehen ist es ein schwerer Fehler.

Wenn deine Produkte einmal auf Billigniveau sind, lassen sie sich nur schlecht erhöhen. Damit beutest du dich nur selbst aus. Du arbeitest dann für Luft, Liebe und Leidenschaft.

Berechne wie lange du für die Herstellung deines Produktes brauchst. Zahle dir dann selbst einen angemessenen Stundenlohn. Denn Zeit ist das wertvollste was du hast. Du solltest sie nicht einfach verschenken.


Nebenkosten

Für dich ist es vielleicht auch noch wichtig deine Nebenkosten aufzuschlüsseln. Wenn du bei der Herstellung deines Produktes beispielsweise viel Strom brauchst oder viel Wasser benutzt, dann musst du auch diese Ausgaben mit einrechnen.

Ich habe das für meine Produkte bisher noch nicht gemacht. Es war einfach nicht nötig. Ich arbeite von Zuhause aus und bei meiner Produktion verbrauche ich so wenig, dass ich das nicht berechnen kann.

Natürlich habe ich auch Nebenkosten wie Strom, Internet, Versicherungen etc., aber diese Ausgaben tauchen bei mir erst im Finanzplan auf. Das bedeutet diese Kosten müssen mit dem Gewinn gedeckt werden.



Wer soll denn dafür bitte Geld ausgeben?

Kunden

Wer sind meine potenziellen Kunden und wie ticken sie? Sind sie bereit für gute Qualität mehr zu bezahlen?

Falls du dir bei diesen Fragen nicht sicher bist, frage einfach nach. Gehe auf deine Zielgruppe zu, zeige ihnen dein Produkt und frage sie, was sie bereit wären dafür zu zahlen.

Ein Feedback von anderen Menschen hilft auch dabei seine Arbeit wertzuschätzen. Ich habe früher den Fehler gemacht und meine Produkte viel zu billig verkauft. Nicht weil ich so viel wie möglich verkaufen wollte, sondern weil ich dachte meine Arbeit sei nicht so viel Wert.
Schwerer Fehler!

Noch ein kleiner Tipp: Falls du dir bis jetzt noch keine Gedanken über deine Zielgruppe gemacht hast, dann solltest du das an dieser Stelle ganz dringend tun.


Konkurrenz

Wem es schwer fällt seine Kunden richtig einzuschätzen, kann einfach mal bei der Konkurrenz schauen. Jetzt natürlich nicht an der Billigkonkurrenz aus Fernost, sondern an Unternehmen, an denen du dich orientieren möchtest.

Geschäfte die schon länger dabei sind haben mehr Erfahrung und du kannst bei ihnen abschauen welche Preise gut funktionieren und welche nicht.

Versuche Produkte zu finden, die deinen ähnlich sind und schaue nach, was die Konkurrenz verlangt.

Orientiere dich immer an Verkäufern, die erfolgreicher sind. Es nützt dir überhaupt nichts, bei anderen Verkäufern zu schauen, die nichts verkaufen. Das hat ja schließlich immer einen Grund.



Und wieviel bleibt da jetzt am Ende über?

Gebühren

Leider bekommt man nichts mehr umsonst. Jede Internetplattform und jeder Laden möchte an dir etwas verdienen. Der Prozentsatz ist dabei sehr unterschiedlich. Wenn du deine Produkte also nicht in einem eigenen Laden verkaufst, musst du zwangsläufig immer etwas von deinem hart verdienten Geld an Dritte abgeben.

Viele Internetplattformen sind mittlerweile bei einer Abgabe von etwa 10 Prozent. Die meisten Läden, in denen ich vertreten bin, haben einen Prozentsatz von 15 bis 20. Natürlich gibt es da auch noch andere Shops, die weit mehr verlangen, aber das kommt für mich nicht in Frage. Daran würde ich dann wirklich nichts mehr verdienen.

Vergiss also nicht, wenn du Zwischenhändler hast wollen die auch ein Stück vom Kuchen abhaben.


Gewinn

Du fragst dich jetzt vielleicht: Warum muss ich extra Gewinn errechnen, wenn ich mir doch selbst schon meine Arbeitszeit bezahlen?

Wir sind es als Arbeitnehmer gewohnt ganz normal für unsere Arbeitszeit bezahlt zu werden. Jeden Monat bekommen wir Lohn für die Zeit, die wir auf Arbeit verbracht haben. Das ändert sich sobald man selbstständig ist.

Als Selbstständiger musst du nicht nur deine Arbeitszeit bezahlen, sondern auch die Zeit in der du nicht arbeitest und alle anderen Rechnung. Außerdem musst du für die Zukunft vorsorgen und dich selbst absichern. Ach ja und das Finanzamt nimmt dir auch noch eine Menge weg.

Am Ende bleibt sehr viel weniger Geld übrig als es auf den ersten Blick scheint.

Und hier noch ein Tipp am Rande: Bedenke auch mögliche Rabattaktionen. Die Menschen lieben rote durchgestrichene Zahlen.



Unterm Strich darf es nicht rot sein!
Das Wichtigste ist und bleibt nur das Eine... wenn du nichts dabei verdienst oder deine Produkte viel teurer oder billiger sind als die der Konkurrenz stimmt meist etwas nicht.

Falls das so ist, schau dir deine Rechnung noch einmal genau an. Hast du etwas vergessen? Hast du etwas zu viel berechnet? Alle Faktoren müssen stimmig sein.

Wenn deine Kalkulation richtig ist und am Ende immer noch kein zufriedenstellendes Ergebnis dabei herauskommt, dann solltest du dein Businesskonzept überarbeiten. Denn jetzt kannst du noch an allen Schrauben drehen.

Nichts ist schlimmer, als wenn du viel Mühe und Zeit in deine Produkte investiert, doch am Ende kommt einfach nichts dabei rum und du gibst auf.



Fazit
Einen Preis für dein Produkt kalkulieren ist eine rein wirtschaftliche Angelegenheit. Du solltest sie gründlich machen und dir dabei Zeit lassen, denn davon hängt die Zukunft deines Business ab.

Am Anfang kann das etwas mühselig sein, aber ich sage dir, es wird besser. Mit jedem Produkt wirst du schneller und irgendwann bekommt man ein Gefühl dafür, was ein guter Preis ist und was nicht.


Hier noch einmal das Wichtigste zusammengefasst:


  • Schlüssel alle Materialkosten auf
  • Zahle dir selbst einen angemessenen Stundenlohn
  • Bedenke die Nebenkosten
  • Mach eine Zielgruppenanalyse
  • Orientiere dich an der Konkurrenz
  • Rechne Gebühren mit ein
  • Mache Gewinn mit jedem Produkt

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.