Warum der Begriff Work-Life-Balance ein Mythos ist, an den du nicht glauben solltest

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Warum Work-Life-Balance ein Mythos ist an den du nicht glauben solltest.

 
Arbeitest du noch oder Lebst du schon?

Diese Frage habe ich schon oft gehört. Mir so richtig Gedanken darüber gemacht, was sie eigentlich bedeutet, habe ich erst jetzt.

Heißt das, wenn ich arbeite kann ich nicht gleichzeitig leben? Für viel zu viele Menschen ist das anscheinend Realität. Sie trennen ihre Arbeit von ihrem Leben. Ich kann das nicht.
Und noch viel wichtiger… ich will das nicht.

Wenn ich auf Arbeit bin, dann lebe ich doch auch. Oder nicht?



Nach der Arbeit ist vor dem Leben

Der Begriff Work-Life-Balance beschreibt die Ausgeglichenheit zwischen der Arbeit (Work) und dem Leben (Life). Dabei wird die Arbeit getrennt von deinem „normalen“ Leben betrachtet.

Das heißt, Arbeit gehört nicht zum Leben. Oder Leben nicht zur Arbeit. Es ist wie zwei Seiten einer Medaille.
Kopf oder Zahl.

Auf der einen Seite ist die Arbeit. Auf der anderen Seite steht die Familie, Freunde, Sport, Gesundheit, Kultur und so weiter und sofort. Verschiedene Lebensbereiche, die immer schön im Gleichgewicht gehalten werden sollen. Oder zumindest, die sich gegenseitig nicht im Weg stehen.

Da die meisten Deutschen ihren Job nicht sonderlich mögen, bekommt der Begriff Work-Life-Balance einen seltsamen Beigeschmack. Es ist wie Gut gegen Böse. Die böse Arbeit muss mit der guten Freizeit ausgeglichen werden.
Wie bei Ying und Yang.
Alles schön im Gleichgewicht.

Arbeit und Leben werden damit zur direkten Konkurrenz.



Nach der Arbeit ist vor der Hausarbeit

Wer also viel arbeitet muss auch viel ausgleichen. Nur leider sieht die Realität anders aus.

Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden, egal wie viel Zeit wir davon mit Arbeit verbringen. Und da gibt es noch ein zweites Problem. Wenn ich mit der Arbeit fertig bin, bedeutet das für mich nicht automatisch Freizeit.

Da stehen Aufgaben an, die nicht unbedingt zu meinen Favoriten gehören. Da wartet der volle Geschirrspüler, die Haare im Abfluss, der Hund der pinkeln muss, der Rasen der dringend gemäht werden sollte (weil sich sonst die Nachbarn beschweren), das Hüftgold das dringend abtrainiert werden müsste und am Ende hat man ja auch noch Hunger. Aber bitte etwas Gesundes.

Ach und bevor ich es vergesse… immer schön entspannt bleiben, schließlich ist das deine Zeit der Erholung.

Du versuchst mit Plänen, Kalender und ToDo-Listen dein Leben zu organisieren. All die vielen Dinge unter einen Hut zu bekommen. Aber so, ist nicht gleich alles in Balance.

Das Leben ist nicht planbar und der Versuch alles zu kontrollieren setzt dich nur noch mehr unter Strom. Das dringende Bedürfnis perfekt sein zu müssen und das in jeder Lebenslage macht krank. Es entsteht noch mehr Druck.

Es wird von dir erwartet, deine Freizeit so sinnvoll wie möglich zu nutzen. Am besten packst du noch mehr tolle Aktivitäten in deinen so schon engen Zeitplan. Das wird schließlich von dir erwartet.

Wenn dein Kollege am Montag fragt wie dein Wochenende war, will er eine spannende Geschichte hören. Nicht das du Müßiggang auf der Couch praktiziert hast. Das ist nicht cool.

Noch mehr Dinge in noch kürzerer Zeit erledigen. Das ist die Devise. Improvisation ist hier nicht erwünscht.

Aber Achtung, nutze deine Freizeit sinnvoll. Streng genommen ist sie ja dazu da, dass du auf Arbeit erholter und somit produktiver bist.

Wir müssen besser funktionieren. Und wehe das klappt bei dir nicht. Dann arbeite gefälligst an deiner Work-Life-Balance.



Nach der Arbeit ist ein Generationskonflikt

Eine erfolgreiche Work-Life-Balance bedeutet leider für die Meisten einfach nur kein Burn-out zu bekommen. Das ist sehr Schade und am Ziel vorbei.

Aber gut, ich hatte das Glück in einer Generation aufzuwachsen, in der diese strikte Work-Life-Trennung nicht mehr wirklich gilt.

Die Nachkriegsgeneration war noch sehr darauf bedacht, das Leben von der Arbeit zu trennen. Es war für sie ein Balanceakt zwischen Beruf und Familie. Heute sieht die Sache schon anders aus.

Die Generation Y, also meine Generation, versteht Arbeit anders. Sie wird nicht mehr strikt vom Privatleben getrennt.

Ich meine, ich bin selbstständig und arbeite von zuhause aus. Da gibt es keine Trennung mehr.

Kollegen sind nicht nur Kollegen bei der Arbeit, sondern werden zu Freunden in der Freizeit.

Früher war der Beruf nur dazu da um Geld zu verdienen. Bei den meisten diente er keinem höheren Zweck. Zum Glück hat sich das im Laufe der Zeit gewandelt.

Heute liegt die Priorität darin, die Zeit die man hat, sinnvoll zu nutzen. Dem Leben einen Sinn zu geben. Etwas zu machen, was einen glücklich macht. Etwas bei dem man sich wohl fühlt.

Wenn du so etwas gefunden hast, dann brauchst du keinen Ausgleich mehr. Das soll jetzt nicht heißen, dass Menschen, die einen tollen Job für sich gefunden haben, immer total ausgeglichen und entspannt sind.

Jeder braucht eine gewisse Art der inneren Unruhe. Nur das treibt Menschen an. Wenn wir alle immer nur ausgeglichen wären, würde die Menschheit irgendwann aussterben. Der Mensch ist nicht dazu gemacht nichts zu tun.



Nach der Arbeit kann mich mal

Aber was wenn du nicht einer dieser Glückspilze bist?

Wenn dein Job nicht erfüllend und perfekt ist?

Wenn du deine Freizeit nicht total entspannend findest?

Wenn sich dein Leben nicht im Gleichgewicht befindet?

Dann habe ich hier einen Rat für dich. Sieh dein Leben nicht mehr als Medaille.
Kopf oder Zahl.
Ying oder Yang.
Schwarz oder Weiß.
Arbeit oder Leben.

Betrachte es eher als Welle. Mal geht es rauf. Mal runter. Es geht um Rhythmus. Finde deinen eigenen Rhythmus.

Beobachte dich einmal selbst. Wann kannst du dich gut konzentrieren? Wann nicht? Zu welcher Zeit bist du am kreativsten? Wann nicht? Wann ist dein Mittagstief?

Das sind Informationen, die dir helfen deinen Tag besser zu strukturieren. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die helfen.

Ich, zum Beispiel, checke meine E-Mails nur noch nach dem Mittagessen. Da bin ich träge und kann mich nur schlecht konzentrieren. Die perfekte Zeit um Aufgaben zu erledigen, die man halt nun mal erledigen muss.

Wenn ich in dieser Phase versuchen würde einen guten Text zu schreiben, würde ich gnadenlos scheitern und mich dann über meine Unfähigkeit ärgern. Diesen ganzen Stress umgehe ich jetzt einfach. Das kannst du auch.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen rein gar nichts funktioniert. Auch bei mir. Die Arbeit ist blöd. Der Chef macht Druck. Die Kollegen nerven. Der Kaffee schmeckt scheiße. Und natürlich fällt die Brötchenhälfte auf die Marmeladenseite.
Aber hey… That`s life!

Das Wichtigste ist, finde deinen Rhythmus und nutze ihn zu deinem Vorteil. Was raubt dir unnötig Energie? Und dann ändere es. Egal ob es im Bereich Arbeit oder Privat zu finden ist.



Fazit

Das Wort Work-Life-Balance halte ich für falsch gewählt. Es suggeriert uns automatisch, dass wir uns zwischen zwei Sachen entscheiden müssten. Dem ist aber nicht so.

Das Arbeitsleben wird immer mehr mit dem Privatleben vermischt. Vor allem durch den technischen Fortschritt. Das können wir nicht ändern. Das Smartphone ist nun mal unser ständiger Begleiter.

Wir können es aber für uns nutzen. Wir überleben schon seit tausenden von Jahren durch Anpassung. Anpassung an neue Gegebenheiten, einem neuen Umfeld, auch an neue Möglichkeiten.

Auch das Feuer war mal eine Möglichkeit. Wenn sie damals keiner genutzt hätte, würden wir vielleicht immer noch mit einem Faustkeil in der Höhle hocken.

Wir sollten es als Chance sehen. Arbeit ist doch nicht der Feind. Oder der nervenden Onkel der zu jeder Geburtstagsfeier kommt, ob man will oder nicht.

Natürlich musst du Prioritäten setzen. Das Telefon ausschalten, wenn der Chef zum fünften Mal am Wochenende anruft. Das ist wichtig und macht auch Sinn. Dein Leben in zwei unterschiedliche Bereiche zu teilen, eher nicht.

Finde heraus wo deine Grenzen liegen. Es geht nicht darum auf Arbeit zu funktionieren und in deiner Freizeit den Akku wieder voll zu machen.
Was tut dir gut und was nicht.

Nur darauf kommt es an.
 

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